Dharma
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Dharma (Dharma) bedeutet Gesetz, Recht, Wesensgesetz, Ethik, gesetzhaft geregelte Religion. Von dhri, halten, das Dharma, durch welches das Weltall gehalten wird.
Krishna sagt in der Bhagavad-Gita:
- "Um die Heiligen (Sadhus) zu erretten und die Übeltäter zu vernichten und zur Wiederherstellung des Dharma, erscheine Ich von Zeit zu Zeit (oder Zeitalter nach Zeitalter)." (4.8)
Dharma, eines der vier menschlichen Lebensziele, nebst Artha (wirtschaftlicher Entwicklung), Kama (Genuss der fein- und grobstofflichen Objekte der materiellen Welt) und Moksha oder Mukti (Befreiung aus dem Kreislauf der Wiedergeburt).
Weitere Dharma-Begriffe
- Loka-Dharma, weltliche religiös-soziale Pflichten oder auch Pflichten gegenüber dem Vaterland.
- Veda-Dharma, Pflichten, die durch den Veda geboten sind.
- Dehadharma-Karma, physisch notwendige Pflichten, z.B. gegenüber dem eigenen Körper und seinen Familienangehörigen.
Der Todesgott Yamaraja heisst auch König des Dharma, Dharmaraja, oder der Herr des Gesetzes.
Nachdem Krishna dem Arjuna in der Bhagavad-Gita lange den Dharma erklärt hat, den Dharma des Pfades der Werke, den Dharma des Pfades des Yoga, den Dharma des Pfades der Weisheit und den Dharma des Pfades der gesetzhaften Hingabe, sagt er ihm im letzten Kapitel:
- "Gib alle Arten von Dharmas auf und nimm einzig und allein bei mir (Gott) Zuflucht. Fürchte dich nicht; ich werde dich von allen Reaktionen befreien (die aus der Verletzung von gesetzhaft geregelter Religion entstehen könnten)." (18.66)
Hier stösst man in den Bereich des Sanatana-Dharma, der ewigen Beschäftigung der Seele in Beziehung zu Krishna.
Sanatana-Dharma
Sanatana-Dharma ist das ewige Dharma der Seele, bzw. die wesensgemässe Beschäftigung der Seele. Ob seine hingebungsvollen Tätigkeiten nun fehlerhaft ausgeführt werden oder nicht, der Bhakta hält das Dharma (die religiös-soziale Pflicht) soweit hoch und folgt ihm selbst soweit nach, als es sich nicht dem Sanatana-Dharma, den wesensgemässen ewigen Pflichten der Seele, der liebenden Hingabe zu Gott, in den Weg stellt.
Die Haltung des Bhakta ist von einer ausschliesslichen Hingabe (Zuwendung) seiner ganzen Persönlichkeit an Krishna oder Narayana geprägt. Das ist nicht mit einer selbstkasteienden Verleugnung des Wertes der eigenen Persönlichkeit zu verwechseln, die sich selbst zerfleischt und auffrisst. Vielmehr ist es die Selbstaufgabe, die sich im Angesicht eines strahlenden Urprinzips vertrauensvoll übergibt, weil sie erkennt, wie der Wert der eigenen Persönlichkeit in diesem Licht zu strahlen beginnt. (Siehe auch Sanatana-Dharma)
Allgemeine Dharmas
Viele Regeln des Dharma sind jeweils auf eine bestimmte Gruppe von Menschen zugeschnitten und nur für diese von Bedeutung. Dagegen gelten folgende Sadharana Dharmas als allgemeine Verhaltensregeln:
- Wahrhaftigkeit (satyam),
- Enthaltung von Gewalt (ahimsa),
- Zornlosigkeit (akrodha),
- Freigebigkeit (danam),
- Enthaltung von Diebstahl (asteyam),
- rituelle, geistige u. körperliche Reinheit (saucam),
- Zügelung der Sinne (indriya-nigraha),
- Nachsichtigkeit und Vergebung (ksama),
- Selbstkontrolle (dama),
- Mildtätigkeit (dana),
- Mitleid (daya),
- Gastfreundschaft (atithi).
Die obige Auswahl enthält keine Rangordnung.
Die Bhagavad-Gita geht an mehreren Stellen auf diese wichtigen Tugenden ein.
Im Gegensatz zu den Tugenden wird jeder vor den Sechs Feinden gewarnt:
- weltliche Begierde (kama),
- Zorn (krodha),
- Gier, Geiz (lobha),
- Verblendung, geistige Dunkelheit (moha),
- Hochmut (mada) sowie
- Eifersucht und Neid (matsarya).
So heisst es in der Upadeshamrita (Vers 1) von Srila Rupa Goswami über die nötigen Eigenschaften eines Guru:
"Wer trotz der Dränge oder Zwänge des Sprechens (vaco), des Fühlens und Wünschens (manasah), des Zornes (krodha), der Zunge (jihva), des Magens und der Geschlechtsteile (udara-upastha) selbstbeherrscht und bei klarem Verstand bleibt, ist gewiss geeignet, überall auf der Welt Schüler anzunehmen."

