Avatara

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Avatare Krishnas

10 Hauptavatare


Avatara (Avatāra) bedeutet, jemand der herabsteigt oder jemand, der sich sichtbar macht. Es bezieht sich auf Krishna, Narayana (Vishnu), der aus Vaikuntha kommend, seine göttliche Gestalt sichtbar macht.

Der Veda spricht vom "Herabsteigen" Gottes aus dem unendlichen Reich der Freiheit in die Welt von Zeit und Raum der Maya, ohne dass das Wesen Gottes sich dabei in irgend einer Weise substantiell verändert. Es handelt sich nicht um eine Inkarnation oder Fleischwerdung[1]. Gott unterliegt in keiner Weise den Gesetzen der Mayawelt, auch wenn er in sie herabkommt, noch benötigt er einen fleischlichen Körper.[2]

Inhaltsverzeichnis

Krishna - der Avatari

Avatari bedeutet der "Aussender" oder "Ursprung der Avataras".

avatarira dehe saba avatarera sthiti keho kona-mate kahe, yemana yara mati

Alle Avataras weilen im transzendenten Körper des Avatari. Deshalb kann man ihn auch anders ansprechen (mit einem Namen eines Avataras). (Chaitanya-Charitamrita 1.2.112)

Nachdem die Dashavataras und weitere machtvolle Teilerweiterungen (kalah) aufgezählt wurden, sagt das Bhagavatam:

ete camsha-kalah pumsah krishnas tu bhagavan svayam indrari-vyakulam lokam mridayanti yuge yuge

All diese (Avataras) sind vollständige Teile oder Teile der vollständigen Teile des höchsten Herrn Krishna, der (urersten) Persönlichkeit Gottes. Zeitalter für Zeitalter beschützen sie die Planeten vor den Feinden Indras.[3] (1.3.28)

Die Avataras

Die unzähligen Avataras Gottes werden in 7 Gruppen unterteilt. Durch die Shastras sind uns nur wenige von ihnen namentlich bekannt. Sie erscheinen z.B. für die Wiederherstellung von Recht und Ordnung (Dharma) oder einfach zum göttlichen Spiel (Lila), das keinen besonderen Grund erfordert. Manchmal sind auch beide kombiniert, indem er während seiner Lila auch gleich das Dharma wieder herstellt.[4]

Lila-Avataras

Sie heissen so, weil sie zum Spiel (Lila) gemeinsam mit ihren ewigen Begleitern herabkommen. Sie werden auch Kalpa-Avataras genannt, weil sie mit wenigen Ausnahmen nur einmal an einem Tag Brahmas (Kalpa) erscheinen. Es gibt 24 Lila-Avataras. Manche zählen auch Balarama, der immer Krishna in seinem Lila begleitet, als 25. Lila-Avatara hinzu.

Manvantara-Avataras

und

Yuga-Avataras

An einem Tag Brahmas, der 4.32 Milliarden Jahre dauert, gibt es hintereinander
14 Manvantara-Avataras:

  • Yajna
  • Vibhu
  • Satyasena
  • Hari
  • Vaikuntha
  • Ajita
  • Vamana-Upendra
  • Sarvabhauma
  • Rishabha
  • Vishvakshena
  • Dharmasetu
  • Sudhama
  • Yogeshvara
  • Brihadbhanu

Sie halten sich in Svarga, der vergänglichen Himmelswelt auf und werden dort von Indra und den anderen Devas verehrt. Sie werden in jedem Yuga auf der Erde Avatara, zumeist in der Gestalt eines Weisen (Rishi), und verkünden die Hauptform der Religion (Yuga-Dharma), welche sich für das jeweilige Yuga am besten eignet.

Purusha-Avataras

Die Purusha-Avataras gehören zum äußeren Spiel Gottes, das heißt, sie haben ausschließlich mit der materiellen Schöpfung Gottes (Prakriti) zu tun. Sie sind bekannt als:

  • Maha-Vishnu, der große Vishnu. Der Veda sagt, während er ausatmet, strömen aus seinen Poren unzählige Universen. Ein einziges Ausatmen dauert die Lebensspanne eines Brahma.
  • Garbhodakashayi-Vishnu, der in jedem einzelnen Universum auf dem Garbha-Ozean liegt. Der Shastra zufolge sprießt aus seinem Nabel eine mystische Lotosblume, auf der das erste Wesen, Brahma, der Schöpfergott, erscheint.
  • Kshirodakashayi-Vishnu (der auf dem Milchozean weilt). Wenn die Devas für das Erscheinen Vishnus beten, begeben sie sich nach Svetadvipa, wo dieser Vishnu auf Ananta-Shesha im Milchozean ruht. Es ist dieser Vishnu, der in der Trinität von Brahma - Vishnu - Shiva genannt wird. Nicht zu verwechseln mit dem vierarmigen Vishnu-Narayana von Vaikuntha.

Guna-Avataras

Die Guna-Avataras gehören ebenfalls zum äußeren Spiel Gottes. Sie sind bekannt als

Der Guna-Avatara Vishnu ist identisch mit dem Purusha-Avatara Kshirodakashayi-Vishnu.

garbhoda-kshiroda-shayi donhe 'purusha' nama sei dui, yanra amsha, - vishnu, vishva-dhama

Garbodakashayi und Kshirodashayi werden beide Purushas genannt. Sie sind vollständige Teile (amsha) von Maha-Vishnu (des ersten Purusha), der Wohnstätte aller Universen. (Chaitanya-Charitamrita 1.5.76)

tad ahur aksaram brahma sarva-karana-karanam vishnor dhama param sakshat purushasya mahatmanah

Das höchste Unfehlbare ist die höchste Ursache aller Ursachen. Das spirituelle Reich Vishnus ist zweifellos diese höchste Ursache, die Heimat des grossen Purusha (Maha-Vishnu), der Ursache aller Manifestationen. (Bhagavatapurana 3.11.42)

sattvam rajas tama iti prakriter gunas tair yuktah parah purusha eka ihasya dhatte sthity-adaye hari-virinci-hareti samjnah shreyamsi tatra khalu sattva-tanor nrinam syuh

Der transzendente Herr (parah purusha) ist indirekt mit den drei Gunas, Sattva, Rajas und Tamas verbunden, und zur Schöpfung, Erhaltung und Vernichtung nimmt der Eine die Form von Vishnu (Hari, zuständig für Sattva), Brahma (Virinci, zuständig für Rajas) und Shiva (Hara, zuständig für Tamas) an. Von diesen drei Formen ist es die Gestalt die Sattva verwaltet (Vishnu), von der die Lebewesen am meisten gewinnen können. (Bhagavatapurana 1.2.23)

Shakti-Avesha-Avataras

Diese Sondergruppe besteht aus besonders ermächtigten Seelen (Atmans), die zur Ausführung einer bestimmten Aufgabe mit einem Teil der Kraft (Shakti) Gottes erfüllt sind.

Bhagavata-Avesha-Avataras

Grosse Bhaktas oder Rishis, in die Vishnu persönlich eingeht und sich mit ihnen identifiziert, um bestimmte Missionen zu erfüllen. Beispiel sind die Lila-Avataras Rishabha und Kapila, der Sohn Devahutis (siehe Bhagavatapurana, drittes Buch).

[5]

Quellen & Kommentare

  1. Die deutsche und englische Sprache kennt keinen Begriff, der den Sinninhalt von Avatara wiedergeben könnte. Daher findet sich in der Literatur und im Internet sehr oft die Übersetzung Inkarnation Gottes. Beim Studium der Yoga-Literatur empfiehlt es sich daher, sich zu vergegenwärtigen, dass in den ursprünglichen Texten in Beziehung zu Krishna oder Vishnu immer unmittelbar oder indirekt im Sinne von Avatara gesprochen wird.
  2. Unter dem Einfluss nicht-vedischen Denkens, sind von indischen und westlichen Philosophen der Vergangenheit und der Gegenwart andere Darstellungen gegeben worden, um ihr jeweiliges System zu rechtfertigen. Dazu kommt noch, dass im heutigen Indien dutzende von Pseudomystikern und andere Betrüger als Avatara oder Inkarnation Gottes gefeiert werden.
  3. Die Asuras oder Dämonen gelten als die Feinde Indras, des Königs der Himmelsplaneten.
  4. Die berühmten Dasha-Avataras, wie sie von Jayadeva Gosvami im Dashavatara-Stotra besungen werden, finden sich alle unter den Lila-Avataras.
  5. Avataras, zum Teil entnommen aus Walther Eidlitz': Krsna-Caitanya - Sein Leben und Seine Lehre, Verlag Almqvist & Wiksell, Stockholm 1968; Seite 71-72/527-530. Die Puranas enthalten ebenfalls entsprechende Aufzählungen.
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