Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


Seitenleiste

Vishnupedia.org

Hier findest du Wissen zur Theologie und dem Seelenverständnis des Hinduismus, bzw. Vishnuismus.

Hintergrund

Gott und seine Energien

Die verkörperte Seele


Impressum
Datenschutz
Spenden

Fehlermeldung / Mitmachen
Die Erfahrung zeigt, dass im Laufe der Zeit viele Homepages ihre Links verändern. Meistens passiert das im Verlauf einer Neugestaltung und Anpassung der Homepage. Daher nehme ich Hinweise auf fehlerhafte Verlinkungen immer gerne entgegen!

wiedergeburt

Wiedergeburt

Wiedergeburt, Seelenwanderung oder Reinkarnation sind Bezeichnungen für die Wanderung des Atmans durch die Welten der physischen und feinstofflichen Materie.

Der Atman reinkarniert mit der sich fortlaufend verändernden feinstofflichen Hülle

Das ewige Selbst (Atman) wird von feinstofflichen und grobstofflichen Hüllen eingekleidet. Die feinstoffliche Hülle beginnt mit dem Ahankara, dem falschen Ego. Der Atman verliert unter dem Einfluss dieses Ahankara sein ewiges Selbstbewusstsein als Atman. Quasi gelähmt, identifiziert er sich nun – ähnlich wie ein Träumender mit dem Traum-Ich – mit seinem Verstand, seinem Denken, Fühlen und Wollen und letztlich mit dem physischen Körper.
Kurz gesagt: Reinkarnation (im Sinne des Vishnuismus) ist bloss das Ablegen der physischen Hülle und das erneute Eingehen in einen Mutterleib (mit anschliessender Geburt). Das Ahankara und die anderen feinstofflichen Aspekte verlassen gemeinsam mit dem (gelähmten Atman) den Körper und "reisen", entsprechend ihrem Karma, weiter durch das Universum von Geburt und Tod. Wenn so eine bestimmte Person (nennen wir sie "Otto") den Körper verlässt, bedeutet dies, dass das Selbstverständnis oder die Persönlichkeit "Otto" lediglich eine zeitweilige Manifestation des Ahankara, des falschen Egos war, um die Wünsche und das Karma zu erfüllen. Der Atman ist nicht "Otto", genausowenig wie jemand mit seinen vielfältigen Identitäten seiner Träume (den unterschiedlichen Traum-Ichs) identisch ist.

Die nächste Geburt, ob auf dieser Erde oder anderswo im Universum, wird einerseits durch die Wünsche (unseres falschen Egos, Ahankara) und durch Karma-bedingte Reaktionen bestimmt. Die Person "Otto" wird aber nie mehr inkarniert. Jedoch derselbe Atman (die wahre ewige Persönlichkeit), immer noch eingehüllt vom falschen Ich, wird erneut in einer anderen Hülle Geburt nehmen und eine neue zeitweilige Persönlichkeit zum Ausdruck bringen, die sein Karma und seine Wünsche erfüllt.

Im Vishnuismus wird gelehrt, dass es im inneren – unausgesprochenem – Wunsch Herrscher/Kontrollierender zu sein liegt, dass der Atman in den Bereich der Materie (Maya-Shakti) versetzt wird. Die Identifikation als "Otto" war oder ist lediglich ein winziger Abschnitt auf dem langen Pfad, die materielle Energie beherrschen und geniessen zu wollen. Die nächste Geburt kann bereits auf den Planeten der Devas oder Asuras liegen, oder im Tierreich oder als Frau/Mann oder als Schwarzer/Weisser/Gelber usw.
Niemand von uns Menschen könnte es genau vorhersagen. Jedoch sind es immer unsere eigenen Wünsche, welche uns veranlassen, uns mit den vergänglichen Hüllen zu identifizieren und unter dem Einfluss dieser falschen Selbstidentifikation weitere Wünsche und Pläne zu entwickeln, wie man selbst – quasi im Zentrum stehend – die Materie noch besser geniessen könnte.

So glauben wir einmal, wir seien ein Mann, ein Deutscher, Herr "Otto" Müller usw. Bereits im nächsten Leben fühlen wir uns als Frau, Texanerin, usw. Aber "Otto" hat seinen "Dienst" erfüllt und er hat zu einer weiteren Erfahrung beigetragen, die im Unterbewusstsein in die nächste Verkörperung mitgenommen wird.
Manche erhoffen sich, immer wieder als "Otto" geboren zu werden (im, auf den gegenwärtigen, vertrauten Körper fixierten Ich-Bewusstsein). Aber diese Idee entstammt gemäss den Shastras der falschen Identifikation mit Materie, der Identifikation mit einem kurzlebigen Körper und einem sich von Körper zu Körper ständig verändernden Intellekt.

Das Ende der Wiedergeburten, der Reinkarnationen bedeutet demnach, dass der Atman seine Lähmung (welche vom Ahankara, aber ursprünglich durch unseren Anspruch, die Materie beherrschen zu wollen, erzeugt wurde) abschüttelt, indem er zu wahrer Selbsterkenntnis seiner ewigen spirituellen Natur erwacht und seine ewige Beziehung zu Gott erkennt. Wir (in unserer zeitweiligen Identität, die wir jetzt gerade besitzen) können ganz praktisch durch den Vorgang des Bhakti-Yoga dazu beitragen, dass wir zu unserem Atman-Bewusstsein erwachen.

Das verkörperte Selbst hat keine Erinnerung daran, wie oft es (als "gelähmter" Atman) die Hüllen bereits gewechselt hat. Aus Millionen oder sogar Milliarden solcher Hüllen, die im Laufe der Zeit schon bewohnt wurden, eine bestimmte auszuwählen und diese Hülle mit ihrem psychischen Zustand "verewigen" zu wollen, ist im Sinne des Veda Ausdruck unserer Anhaftung an diese zeitweilige Manifestation einer bestimmten "Hüllen"-Identität (falsche Identifizierung mit fein- und grobstofflicher Materie).

Doch selbst in diesem zeitweiligen Ego-Zustand können spirituelle Wünsche entwickelt und diesen praktisch Ausdruck verliehen werden. Denn es sind die Wünsche des verkörperten Atmans, die entweder auf die Materie oder die Transzendenz gerichtet sind, welche bestimmen, ob der Weg der teils genuss- und teils leidvollen Wiedergeburten fortgesetzt oder der Pfad zur Befreiung aus dem Kreislauf von Geburt und Tod beschritten wird. Das zeitweilige falsche Ego kann somit dazu beitragen, das ewige Atman-Ego zu erwecken.

Das Ziel

Karma und Reinkarnation erfüllen keinen Selbstzweck. Sie sind Lernhilfen, um dem Atman zu helfen, seine ewige Natur und seine ewig-liebende Beziehung zu Gott zu verwirklichen und so den Kreislauf der Geburten und Tode zu verlassen.

wiedergeburt.txt · Zuletzt geändert: 2014/06/27 11:58 (Externe Bearbeitung)