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moksha

Moksha

Moksha (Mokṣa) oder Mukti (Mukti), Befreiung oder Erlösung aus dem Kreislauf von Geburt und Tod.

Fünf Arten der Befreiung

Bhagavan wird im Bhagavatam unter anderem als Mukti-Pati angesprochen, als jener, dessen Lotosfüsse alle Arten von Mukti gewähren. Es werden fünf Arten von Mukti unterschieden:

  • Sayujya (sāyujya)
  • Sarupya (sārūpya)
  • Salokya (sālokya)
  • Sarshti (sārṣṭi)
  • Samipya (sāmīpya)

Sayujya-Mukti

Befreiung in die unpersönliche Ausstrahlung Gottes, Brahman, bzw. das Zurückkehren in die Tata-stha-Shakti Gottes. Diese Art von Mukti oder Moksha wird allgemein vom Jnana-Yogi und den Anhängern der Advaita-Lehre Shankaras angestrebt.

Der Vaishnava oder Bhakta betrachtet dies als spirituellen Selbstmord. Der Vaishnava ist sich natürlich bewusst, dass das Selbst (Atman) nie zerstört werden kann, somit ein spiritueller Selbstmord gar nie stattfinden kann. Jedoch wird das Eingehen in den statischen Zustand des Brahmajyoti mit einem Selbstmord verglichen, weil dem Atman dadurch jegliche Möglichkeit zum Aufbau einer spirituellen Beziehung zum höchsten Herrn genommen ist. Wie lange der Atman regungslos in diesem Strahlenmeer des Brahman verharrt, kann niemand voraus sagen. Die Weisen sprechen aber von vielen Atemzügen Mahavishnus und ein Atemzug Mahavishnus entspricht der Lebensdauer eines Brahma plus der Zeitspanne einer grossen Weltauflösung (Maha-Pralaya).1)

Viele Gelehrte vertreten die Ansicht, Sayujya-Mukti sei nicht tatsächlich Mukti (obwohl sie zu den fünf Arten von Mukti gezählt wird), weil man von Sayujya-Mukti wieder in die materielle Welt zurückfallen kann. Im Bhagavatam (10.2.32) heisst das patanty adhah, was bedeutet "sie fallen wieder herunter" aus ihrem statischen Zustand im Brahmajyoti (dem Lichtmeer des Brahman).

Sarupya-Mukti

Befreiung in die spirituelle Welt, ausgestattet mit einem spirituellen Körper, der die gleichen Merkmale besitzt, wie der des Herrn selbst.

Salokya-Mukti

Befreiung in die spirituelle Welt, wo man auf dem gleichen spirituellen Planeten mit Gott zusammenleben kann.

Sarshti-Mukti

Befreiung in die spirituelle Welt, mit einem Körper, der die selben Füllen wie der Herr besitzt.

Samipya-Mukti

Befreiung in die spirituelle Welt, um als unmittelbarer Gefährte des Herrn zu leben.

Mukunda

Mukunda, jener, der Mukti (Befreiung, Erlösung) gewährt, vergibt sehr leicht Mukti (Moksha). Doch die liebende Hingabe zu ihm, hält er meist zurück.

astv evam anga bhagavan bhajatam mukundo muktim dadati karhicit sma na bhakti-yogam
Sukadeva Gosvami spricht zu König Parikshit:
"O König, jene die Bhagavan verehren, der als Mukunda bekannt ist, können sehr leicht Befreiung erhalten. Jedoch vergibt er nur sehr selten reinen, liebevollen Dienst, Bhakti-Yoga."2) (Bhagavatam 5.6.18)

Dieser reine liebevolle Dienst wurde vom verhüllten Avatara Shri Gauranga Mahaprabhu freigebig verteilt.

1)
Der Vaishnava ist an einer liebenden Beziehung zu Gott interessiert. Daher würde er lieber noch Tausende von Geburten in leidvollen Umständen auf sich nehmen, anstatt sich durch den passiven Zustand im Brahman die Möglichkeit zu nehmen, sich aktiv um Liebe zu Gott (Krishna-Prema) bemühen zu können.
2)
Der höchste wird von nichts anderem so angezogen, wie von reiner Liebe. Reiner Bhakti-Yoga ist dienende Hingabe, welche aus dieser reinen Liebe erwächst und diese Liebesfähigkeit gleichzeitig erweitert. Es heisst, der höchste Herr fühle sich solch reiner Liebe untertan. Daher verschenkt er mit Leichtigkeit Mukti, die Fähigkeit zum reinen liebenden Dienst hält er jedoch zurück.
moksha.txt · Zuletzt geändert: 2014/06/27 11:58 (Externe Bearbeitung)