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Vishnupedia.org

Hier findest du Wissen zur Theologie und dem Seelenverständnis des Hinduismus, bzw. Vishnuismus.

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Gott und seine Energien

Die verkörperte Seele


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Gottesfüllen

Gottesfüllen oder die Kraft Gottes.

Der Körper Gottes besteht nicht aus materiellen Elementen wie Protonen, Neutronen, Atomen usw., die sich zu Fleisch, Blut, Sehnen, Knochen, Schleim, Urin und Kot zusammensetzen. Er ist ewiges überall gegenwärtiges Sein (sat), er ist wahres unbegrenztes Wissen (cit), in dessen Erkenntniskraft alles andere Wissen gründet und er ist ständig anwachsende Glückseligkeit (ananda), die Quelle aller Freude. Sein Körper wird als Cit-Körper bezeichnet, da er völlig frei von jeglicher materieller Substanz ist.
Gottes Gestalt wird Acintya-Rupa genannt, unbegreifliche, unvorstellbare Form. Acintya bezieht sich auf das, was sich jenseits der materiellen Welt befindet, das unsere Argumentation, unsere Logik und unsere philosophische Spekulation übersteigt. Zwischen Gott selbst und seinem transzendenten Körper besteht kein Unterschied, sie sind identisch. Hier in der materiellen Welt müssen wir zwischen Atman und Körper unterscheiden. Doch Krishnas Körper ist voll und ganz Atman1), ohne eine Spur von Materie. Und jeder individuelle Atman, der in Gottes Reich erhoben wird, erhält einen ähnlichen unvergänglichen Körper. Krishnas Körper ist eine Gestalt von klarer Kontur und Form, und dennoch ist er unbegrenzt von Raum und Zeit. Die Bhagavad-Gita (8.9) erklärt:

  • "Man sollte über die höchste Person denken als denjenigen, der alles weiss, der der Älteste ist, der Meister und Beherrscher von allem, der kleiner als das Kleinste ist, jenseits aller materiellen Vorstellungen und völlig unbegreiflich, und der immer eine Person ist. Er ist leuchtend wie die Sonne, und er ist transzendent, jenseits der materiellen Natur."

Krishna sagt aber auch:

  • "Dummköpfe (mudha) verspotten mich, wenn ich in meiner menschlichen Gestalt erscheine. Sie kennen nicht mein höheres (param; transzendentes) Sein, als der höchste Herr aller Wesen (mama bhutamahesvaram)." (Bhagavad-Gita 9.11)

Die sechs Füllen

Seine Gestalt beinhaltet sechs hauptsächliche Füllen, die in unendlichem Mass vorhanden sind:

  1. Shri (śri): Bhagavans unendliche Schönheit und Lieblichkeit und unbekümmerte Ausgelassenheit.
  2. Virya (vīrya): Seine unendliche innere Kraft.
  3. Aishvarya (aiśvarya): Seine unvorstellbare Allmacht und Majestät.
  4. Yashah (yaśaḥ): Sein unbegrenzter göttlicher Ruhm.
  5. Vairagya (vairāgya): Seine Kraft der Entsagung und Unparteilichkeit.
  6. Jnana (jñāna): Sein Allwissen.

Shri ist die Haupteigenschaft. Jede der vielen Seinsweisen Krishnas besitzt diese sechs göttlichen Füllen. Doch in der jeweiligen Manifestation treten manche von ihnen besonders hervor und die anderen zurück.

Wenn in Krishna seine unerhörte Allmacht und Majestät vorherrscht, offenbart er sich als vierarmiger Narayana, der in seinen Händen Muschel, Lotos, Keule und Feuerrad hält.
Wenn in Krishna seine Allmacht und seine Anmut und Lieblichkeit sich harmonisch die Waage halten, offenbart er sich als Shri Rama.
Wenn in Krishna seine unendliche Kraft und seine Allwissenheit besonders hervortreten, offenbart er sich als Narasimha, die mächtige menschliche Gestalt mit Löwenkopf.
Wenn in Krishna sein Allwissen und seine Unparteilichkeit sowie Entsagung dominieren, offenbart er sich als Shiva.2), aber trotzdem besitzt er die Natur eines gesonderten Teils Krishnas (das Shri Krishna untergeordnet ist).
Gemäss Bhakti Rasamrita Sindhu (verfasst von Rupa Goswami) besitzt die reine Seele (Atman) 50 von 64 göttlichen Haupteigenschaften. Fünf weitere Eigenschaften, die von den Jivas nicht erreicht werden können, finden sich jedoch in Shiva. Vishnu oder Narayana besitzt 60 und allein Shri Krishna ist der Besitzer als auch der Ursprung aller 64 göttlichen Haupteigenschaften, die in unbegrenzter Tiefe in ihm zu finden sind. Siva gilt zudem auch als der grösste Bhakta oder Gottgeweihte.))
Wenn in Krishna seine Schönheit und Lieblichkeit durch Gottesmajestät leicht gedämpft ist, offenbart er sich als Vasudeva-Krishna; es ist derjenige Krishna, der ewiglich in seinem unzerstörbaren grenzenlosen Reich Dvaraka weilt und dessen Taten auf Erden im Mahabharata und im Bhagavatam geschildert werden.
Wenn in Krishna jedoch seine unendliche Schönheit und Lieblichkeit und unbekümmerte Ausgelassenheit ganz unverhüllt leuchten, so dass die anderen fünf grossen Gottesfüllen, die immer in ihm vorhanden sind, gar nicht zum Ausdruck kommen, dann offenbart er sich als der Krishna von Goloka-Vrindavana, jener unendlichen Cit-Welt, die als das innerste aller Gottesreiche angesehen wird.
In vielen Tempeln in Indien wird dieser Shri Krishna dargestellt als ein ewig jugendfrischer Jüngling, der die Flöte spielt. Zu seiner Linken steht Radha, die Macht seiner Liebe in Cit-Gestalt, die ihm ewiglich dient. Sie ist die zu ihm gehörende Shakti aus reiner Prema (der Kraft unendlicher Liebe), die seine eigene Gottesfülle erst zur Fülle macht.

So wie Gott in allen seinen ewigen Manifestationen doch stets der EINE ist, so ist auch seine unendliche Kraft, seine Shakti von seinem Blickpunkt her EINE Kraft. Vom Menschen her gesehen kann man jedoch mit Hilfe der Schriften Kräfte dreifacher Art erkennen. Nämlich:

1) Der höchste Atman unter allen Atmans, Paramatma.
2) Srila Bhaktisiddhanta Thakura erklärt, dass Shiva eigentlich nicht zur Kategorie Vishnus gehört. Er gehört aber auch nicht zu den Lebewesen (Tata-stha-Shakti). Shiva (Shambhu) ist auch nicht eine zweite von Shri Krishna verschiedene Gottheit. Die Oberhoheit Shivas ist derjenigen Krishnas dienstbar; deshalb sind sie nicht wirklich verschieden voneinander. Die Gleichheit gründet in der Tatsache, dass, ähnlich wie sich mit Säure behandelte Milch in Yoghurt verwandelt, der Herr ein Diener wird, wenn er selber, durch das Beifügen eines besonderen Elements der Verfälschung, zu einer getrennten, von ihm verschiedenen, Persönlichkeit wird. Diese Persönlichkeit hat keine unabhängige Initiative. Das besagte verfälschende Prinzip wird aus einer Mischung der betäubenden Eigenschaft der täuschenden Energie (Maya-Shakti), der Eigenschaft der Füllenlosigkeit der mittleren Kraft (Tata-stha-Shakti) sowie einem schwachen Grad des ekstatischen sich steigernden Erkenntnisprinzips der vollständigen spirituellen Kraft (Cit-Shakti) gebildet. Diese besondere verfälschte Reflektion, des Prinzips des in ihm (Krishna) begründeten Teils der Göttlichkeit, ist Sadashiva, in der Form des leuchtenden Gottes Shiva, von dem Rudradeva manifestiert wird. Shiva kann nicht als Jiva (gewöhnliche Seele) angesehen werden. Er ist der Herr der Jivas((Atmans, die innerhalb des Kosmos verkörpert sind, nennt man Jivas oder Jivatmans.
gottesfuellen.txt · Zuletzt geändert: 2014/06/27 11:58 (Externe Bearbeitung)